Das Ensemble

Musiker*Innen

Künstl. Leitung

Rachel Harris

wurde in Malmö/Schweden geboren und studierte zunächst moderne Geige, später Barockgeige bei Clare Salaman am Welsh College of Music and Drama in Cardiff/Wales.

Nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung führte sie ihre Studien am Royal College of Music in London bei Alison Bury fort.

Sie war Stipendiatin des Countess of Munster und der DAAD. In Deutschland absolvierte sie Aufbaustudien an den Musikhochschulen Trossingen und Würzburg, letzteres schloss sie mit dem Solistendiplom bei Prof. Gottfried von der Goltz, Konzertmeister des Freiburger Barockorchesters, ab. Sie spielt auch Bratsche, Viola d’amore und Gamben verschiedener Größen. In ihrer Freizeit spielt sie Horn.

Regelmäßige Auftritte, auch solistisch, hatte sie unter anderem mit dem Freiburger Barockorchester, Balthasar-Neumann-Ensemble, Cantus Cölln, Lautten Compagney Berlin und La Banda Augsburg. Andere Ensembles und Orchester in denen sie mitgewirkt hat sind Orchestra of the Age of Enlightenment, Florilegium, Musica Alta Ripa, Ensemble Resonanz, Deutsche Kammerphilharmonie und Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Erschaffung neuer Musik und Klangwelten mit ihrer Barockgeige, zahlreicher verschiedener barocker und moderner Instrumente (voraufgezeichnet und allesamt von ihr selbst eingespielt) sowie elektronischer Geräte. Zu Letzteren zählen ein Loopgerät, ein Digital Delay, ein Vocal Harmonist sowie natürliche Klänge, die mithilfe von Audacity bearbeitet wurden. Zu ihrer stetig wachsenden Sammlung weiterer voraufgezeichneter Instrumente gehören unter anderem Viola, Viola da Gamba, Horn, Klavier, Orgel, Klarinette, Sansula, Gitarre, Waldorfharfe, Cello, Glocken, Bass-Membranophon, Streichpsalter und Spielzeugklavier. Die Kombination dieser Instrumente mit ihrem einzigartigen Stil erzeugt eine unverwechselbare Klanglandschaft, die an Folk- und Barockmusik erinnert – zuweilen sogar an populäre Musik. Die Idee, eine 300 Jahre alte Geige mit moderner Elektronik sowie einen „barocken“ Aufführungsstil mit eigenen Kompositionen und modernen wie historischen Klangwelten zu verbinden, stieß auf großes Interesse. Im Jahr 2025 fanden diverse Kooperationen statt – sowohl mit Vokalensembles als auch mit la festa musicale, mit denen sie erstmals States of Fugue für Solovioline, Looper und Ensemble aufführte: ihre Antwort auf Bachs Kunst der Fuge. Für das laufende Jahr sind Kooperationen mit der Lautten Compagney geplant.

Ihre Stücke sind auf ihrem YouTube-Kanal (hier klicken) zu hören, wo es auch Erklärungen zu einigen der verwendeten Instrumente gibt.

Seit 1997 ist sie Mitglied im englischen Kammermusikensemble The Brook Street Band. In 2007 gründete sie das Ensemble Schirokko Hamburg. Bei beiden Ensembles wirkt sie als Konzertmeisterin und Leiterin und hat zahlreiche CDs produziert, die mit besten Kritiken belohnt wurden.

2017 ist ihre Solo-CD »augustes auspices« erschienen. Darauf sind alle Sonaten und Partiten von J.S. Bach, sowie J.P. von Westhoffs Sechs Solosuiten zu hören. Mit Auszügen aus diesem Programm konzertiert sie regelmäßig deutschlandweit.

Ab Oktober 2026 unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Hier geht es zu ihrer Homepage

Publikationen:

  • Orchestral Technique in action“ Anregungen für angehende Orchestermusiker in der Alten Musik-Szene.
    Erscheinungstermin Dez 2020 bei Tredition oder bei uns im Shop.
  • Portrait in „Hier spielt die Musik! Tonangebende Frauen in der Klassikszene“ von Brigitte Beier und Karina Schmidt, AvivA Verlag, erschienen September 2011.

Rondo

RONDO Dezember 2017

„…Rachel Harris geht diese komplexe Musik mit großer Spielfreude und Impulsivität an. Deutlich forscher als mancher andere Interpret vor ihr greift sie etwa auf Bachs Fugen zu, deren spieltechnische Herausforderungen für sie irgendwo auf jenem Weg zu liegen scheinen, den sie auf ihrer visionären Reise zu einer Verwirklichung dieser so schwer zu verwirklichenden Musik hinter sich gelassen hat. Klar, möchte der abgebrühte Konsument perfekt designter Musikkonserven sagen: Perfekte Technik ist Voraussetzung. Aber bei diesen Violinsoli bewegen wir uns auch heute noch im Grenzbereich nahezu transzendenter Anforderungen gleichermaßen an Fingerfertigkeit und Intellekt des Interpreten, zumal wenn auf Basis historischer Quellen und mit historischem Instrumentarium gearbeitet wird. Das Endergebnis, so möchte man meinen, ist dann Spiegelbild einer erfolgten tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Musik als solcher und der Problematik ihres realen Erklingens im Hier und Jetzt – und in diesem Fall eben eine sehr erfolgreiche Auseinandersetzung, wie auf diesen CDs hautnah zu erleben ist.“

Stereoplay

Stereoplay Januar 2018

„…Den Kosmos, den Bach auf vier Saiten bannt, erkundet die Barockgeigerin mit unverbrauchter Neugier, die das Staunen vor überraschenden harmonischen Wendungen, vor polyphonen Finessen nicht verlernt hat. Ohne den Werken eine Deutungshoheit aufzuzwingen lässt sie die Noten sprechen: differenziert in der Artikulation, unverzärtelt kantabel im Andante der a-Moll-Sonate, mit spielerischem Charme in der E-Dur-Partita und konstruktiver Klarheit in den Fugen. Kinetische Energie erzeugt sie ohne Raserei aus dem natürlichen Puls heraus. Und die große Chaconne zeichnet ihr souveränes statt aufdringliches Temperament als Kammerspiel der Intensitäten und Identitäten von Ausdruck und kompositorischer Faktur.“

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.