Am Donnerstag 28. Juli nach dem Auftritt in Kiel war Schirokko abends in Hamburg-Wandsbek in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende zu Gast. Wir spielten wieder Werke von Marais, Telemann, J.S. Bach und Händel.

Es herrschte eine tolle Stimmung da. Ein Sommerfest wurde kurzerhand organisiert, „ein kleines Fest, welches ohne Ihren angekündigten Auftritt nicht stattgefunden hätte“, wie die Organisatorin erzählt hat. Das „kleine“ Fest wurde aber in Wirklichkeit eine Riesenparty, mit viel Gegrilltem und Salaten, mit Getränken und mit lauter orientalischer Popmusik aus Lautsprechern, zu der viele Unterkunftsbewohner getanzt haben. Faszinierend war, wie getanzt wurde: Das scheinbar einfache Reigen bestand bei genauerem Hinsehen aus total sicher beherrschten Schrittabfolgen! Es war schön zu sehen, wie diese Menschen in einem absolut fremden und unbekannten Land sich bei der Musik wieder sicher wie zu hause fühlten.

Wir wurden eingeladen, uns am „Buffet“ zu stärken. In einer kurzen Pause wurden die Bänke in Reihen vor dem Pavillon aufgestellt – die vorderen haben schnell Kinder besetzt, dann kamen auch die Erwachsenen dazu – und dann haben wir mit unserem Auftritt begonnen. Zwar konnten wir bei Weitem nicht mit der Popmusik von vorhin mithalten, hatten aber trotz lauter Straße hinter uns durchaus sehr aufmerksame und dankbare Zuhörer. Wir gaben kurze Erklärungen zu den Komponisten und zu den Stücken auf Deutsch und auf Englisch. Die Kinder pfiffen nach jedem Stück enthusiastisch und klatschten am lautesten, ein älterer Junge nahm uns auf sein Smartphone auf und schaute sich die Videos mit seinen Kumpels an, noch während wir weiter spielten. Später wollte er und noch ein Paar andere Kinder zu unserer Musik tanzen, haben sich aber dann doch nicht getraut.



Als wir fertig waren, haben sich die Bewohner und die Organisatoren bei uns sehr herzlich bedankt. Eine Frau hielt unsere Konzertmeisterin Rachel lange in einer Art verlängertem „Händeschütteln“ an der Hand und sprach sichtlich berührt mit ihr. Die Verständigung funktionierte wunderbar ohne Dolmetscher!

An dieser Stelle bedanken wir uns auch herzlich bei den Mitarbeitern von f & w fördern und wohnen (AöR) für die schnelle und unkomplizierte Partnerschaft!